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Indramat-Antriebe an HOMAG, WEEKE und HOLZMA – DDS, EcoDrive DKC, TVD/TVR

Eine Achse steht, im Schrank blinkt ein Indramat-Regler, und auf dem Typenschild steht etwas wie DKC02.3-040-7-FW oder DDS02.1-W025-D. Hier steht, was diese Schlüssel bedeuten, warum beim EcoDrive das Firmwaremodul über die Passung entscheidet und welche Angaben Sie vor einer Bestellung brauchen.

Dafür sind Sie hier richtig

  • Den Typenschlüssel von DDS-, DKC-, TVD- und TVR-Geräten lesen
  • Verstehen, warum das Firmwaremodul beim EcoDrive kein Zubehör ist
  • Die HOMAG-Nummer einer Achse dem Indramat-Typ zuordnen
  • Geprüfte gebrauchte Regler, Netzteile und Motoren aus dem Lager – für eine Baureihe, die neu kaum noch verfügbar ist

Dafür ist der Hersteller die bessere Adresse

  • Neugeräte und Umstieg auf aktuelle Antriebsgenerationen
  • Firmware-Aufspielung, Parametrierung und Inbetriebnahme
  • Instandsetzung von Reglern, Netzteilen und Motoren
  • Alles, was bei laufendem Vollbetrieb garantiert innerhalb von Stunden da sein muss

Der teuerste Irrtum: Ein baugleich aussehender EcoDrive-Regler wird eingebaut – und die Maschine läuft trotzdem nicht, weil das gesteckte Firmwaremodul ein anderes ist. Beim EcoDrive gehören Regler, Firmwaremodul und Parametersatz zusammen. Wer nur die Gerätenummer vergleicht, hat die halbe Information.

94Treffer Indramat/Rexroth
DDSälteres System mit Netzteil
DKCEcoDrive, Netzteil integriert
TVD / TVRNetzteile für DDS
MKD / MHDpassende Servomotoren

Zwei Systeme, die man nicht verwechseln darf

System Aufbau Erkennungsmerkmal
DDS – Digital AC Servo Controller Mehrere Achsregler hängen an einem gemeinsamen Zwischenkreis, der von einem separaten Netzteil gespeist wird. Ohne dieses Netzteil läuft keine Achse. Typ beginnt mit DDS, im Schrank steht zusätzlich ein TVD- oder TVR-Netzteil. Beispiele aus dem Bestand: DDS02.1-W025-D, DDS02.1-W200-D, DDS03.1-W030-R.
EcoDrive – DKC Kompaktgerät mit eigener Einspeisung je Achse. Kein gemeinsames Netzteil, dafür ein steckbares Firmwaremodul an der Front. Typ beginnt mit DKC. Beispiele: DKC02.3-040-7-FW, DKC11.3-040-7. Firmware als eigenes Modul, etwa ESM02.3-FW mit FWA-ECODR3-SMT-01VRS oder -02VRS.
Netzteile Versorgen den Zwischenkreis der DDS-Regler und stellen die Steuerspannung bereit. TVD 1.3-08-03, TVR 3.1-W015-03 – im Bestand unter anderem für HOMAG BOF und BAZ 41/32.
Motoren Permanentmagnet-Servomotoren mit Geber, passend zum jeweiligen Regler. Reihen MKD und MHD, zum Beispiel MHD071B-061-NP0-UN oder MKD090B-047-KG0-KN. HOMAG führt sie unter eigenen Nummern wie 2-214-95-1262, 2-214-95-1342 und 2-214-95-1352.

Den Typenschlüssel lesen

Bei DKC02.3-040-7-FW steht die Zahl nach dem ersten Bindestrich für den Nennstrom in Ampere – hier 40 A. Bei DDS02.1-W025-D ist es die Angabe hinter dem W: 25 A. Ein DDS02.1-W200-D ist damit ein deutlich größeres Gerät als ein W025, obwohl sich die Nummern nur in drei Ziffern unterscheiden. Genau dort passieren die Verwechslungen.

Die Ziffern vor dem Bindestrich (02.1, 02.3, 03.1, 11.3) bezeichnen Baureihe und Ausführungsstand. Sie sind nicht beliebig gegeneinander austauschbar – auch dann nicht, wenn der Strom übereinstimmt.

Warum das Firmwaremodul beim EcoDrive entscheidend ist

Beim EcoDrive sitzt die Gerätefirmware nicht fest im Regler, sondern in einem steckbaren Modul an der Front. Dieses Modul trägt eine eigene Bezeichnung nach dem Muster FWA-ECODR3-…-01VRS beziehungsweise -02VRS. Es legt fest, welchen Funktionsumfang der Regler hat und mit welcher Schnittstelle er zur Steuerung spricht.

Praktisch bedeutet das: Ein gebrauchter Regler passt mechanisch und elektrisch, arbeitet aber nur dann in Ihrer Maschine, wenn Firmwarestand und Parametersatz zusammenpassen. In vielen Fällen lässt sich das vorhandene Firmwaremodul aus dem defekten Gerät übernehmen – das ist der übliche Weg. Notieren Sie deshalb immer beide Angaben: Reglertyp und Firmwarebezeichnung.

Was Sie ablesen sollten, bevor Sie bestellen

Angabe Wo sie steht
1. Vollständiger Reglertyp Typenschild an der Front, komplett bis zur letzten Endung
2. Firmwarebezeichnung (nur EcoDrive) Auf dem gesteckten Modul, Muster FWA-ECODR3-…
3. Netzteiltyp (nur DDS) Eigenes Gerät im selben Schrank, TVD oder TVR
4. Motortyp der betroffenen Achse Typenschild am Motor, Reihe MKD oder MHD
5. Foto der Gerätereihe im Schrank Zeigt Reihenfolge, Breiten und ob ein gemeinsamer Zwischenkreis verbaut ist

Damit lässt sich fast immer ohne Rückfrage klären, ob ein Gerät aus unserem Bestand passt. Die Maschinennummer hilft hier nicht weiter – dafür bräuchte es den Teilekatalog des Maschinenherstellers.

Was typischerweise ausfällt

Bauteil Was passiert Woran Sie es merken
Zwischenkreiskondensatoren Trocknen über die Jahre aus – der Alterungsschaden dieser Gerätegeneration Fehler beim Zuschalten, Gerät wird warm, Ausfälle häufen sich ohne äußeren Anlass
Pufferbatterie im Regler Entlädt sich nach Jahren Parameter oder Absolutposition gehen nach dem Ausschalten verloren
Lüfter Lager laufen aus, Staub setzt das Rad zu Geräusch, Übertemperatur, Abschaltung unter Last
Endstufe Durchlegierung nach Kurzschluss im Motorkabel oder in der Wicklung Sofortabschaltung, oft mit sichtbarer Spur am Gerät
Motorgeber und Geberleitung Verschmutzung, Kabelbruch an der Schleppkette Achse verliert Referenz oder ruckt – obwohl der Regler in Ordnung ist
Bremswiderstand Alterung, in Einzelfällen Unterbrechung Fehler beim Bremsen und schnellen Reversieren, Zwischenkreis-Überspannung

Vor der Bestellung eines Reglers lohnt fast immer diese Reihenfolge: Motorkabel und Schirmung prüfen, Geberleitung in Bewegung testen, Lüfter kontrollieren, Bremswiderstand messen. Ein erheblicher Teil der vermeintlichen Reglerschäden sitzt in der Peripherie.

Neu, gebraucht oder Umbau?

Neu ab Werk ist bei DDS und EcoDrive nur noch eingeschränkt möglich – das sind Baureihen der neunziger und frühen zweitausender Jahre. Wo der Hersteller noch liefert oder einen Umstieg anbietet, ist er die richtige Adresse, besonders wenn Firmware und Inbetriebnahme dazugehören sollen.

Ein geprüftes gebrauchtes Gerät ist in der Praxis meist der schnellste Weg zurück in die Produktion: Die übrigen Achsen bleiben unberührt, und bei Übernahme des vorhandenen Firmwaremoduls muss in vielen Fällen nichts neu parametriert werden.

Der komplette Umbau auf eine aktuelle Antriebsgeneration ist technisch sauber, betrifft aber Schrank, Verkabelung, Motoren und Steuerungsanbindung. Bei einer Maschine, die noch einige Jahre laufen soll, steht dieser Aufwand meist in keinem Verhältnis zum Restwert – und genau an dieser Stelle entscheidet sich regelmäßig, ob weiter produziert oder verschrottet wird.

Häufige Fragen

Kann ich einen DKC gegen einen anderen DKC tauschen?

Nur wenn Baureihe, Nennstrom und Firmwarestand zusammenpassen. DKC02.3 und DKC11.3 sind unterschiedliche Ausführungen; die Zahl nach dem Bindestrich ist der Nennstrom. Das Firmwaremodul lässt sich in vielen Fällen aus dem alten Gerät übernehmen.

Was ist der Unterschied zwischen DDS und DKC?

DDS-Regler hängen an einem gemeinsamen Zwischenkreis und brauchen ein separates Netzteil (TVD oder TVR). Der EcoDrive DKC speist sich je Achse selbst und trägt ein steckbares Firmwaremodul. Die Systeme sind nicht gegeneinander austauschbar.

Brauche ich das Netzteil unbedingt?

Bei DDS ja. Ohne TVD oder TVR gibt es keine Zwischenkreisspannung, und keine der angeschlossenen Achsen läuft. Beim EcoDrive entfällt das separate Netzteil.

Ich habe nur eine HOMAG-Nummer, keinen Indramat-Typ.

Das ist der Normalfall. HOMAG führt die Antriebe unter eigenen Nummern, etwa 2-214-95-1262 für einen MHD-Motor. Beide Nummernkreise sind hier abgeglichen – schlagen Sie in den Nummernverzeichnissen nach oder schicken Sie die Nummer.

Die Achse verliert nach dem Ausschalten ihre Position.

Das deutet meist auf die Pufferbatterie im Regler oder im Gebersystem hin, nicht auf einen Reglerschaden. Batterie zuerst prüfen – das ist der billigste Fall.

Woher kennen Sie diese Maschinen so genau?

Weil sie hier nicht erst als Gebrauchtteil aufgetaucht sind. Ab 1996 lief die Werksvertretung für IMA in unserem Gebiet, rund sieben Jahre lang – also in der Zeit, in der genau diese Maschinengeneration ausgeliefert und in Betrieb genommen wurde. Diese Vertretung besteht heute nicht mehr; das Wissen über die Baureihen schon.

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Andere Antriebsfamilie? Zu Siemens SIMODRIVE 611 – Aufbau des Schranks, 6SN-Nummern, Leistungsteil gegen Regelungsbaugruppe – steht alles im Artikel Siemens SIMODRIVE 611. Zu den Motoren selbst: Servomotoren an CNC-Bearbeitungszentren.

Nummer statt Bezeichnung? Alle Nummernverzeichnisse · Elektroplan HOMAG BAZ / BOF 41 · Ersatzteilliste HOMAG BOF 41

Zurück zur Wissensdatenbank. Sie haben das Gerät vor sich, aber keine vollständige Bezeichnung? Schicken Sie ein Foto vom Typenschild – und, falls vorhanden, eines vom Firmwaremodul.

Rechtlicher Hinweis: Die Gerhard Sondermann GmbH ist ein unabhängiger Händler und steht aktuell in keiner Geschäftsbeziehung zu den genannten Herstellern. Marken-, Typ- und Bestellnummern werden ausschließlich zu Referenz- und Identifikationszwecken genannt, um die Verwendbarkeit der angebotenen Teile zu beschreiben. Angebotene Teile sind, sofern nicht ausdrücklich als Originalteil gekennzeichnet, kompatible Ersatz- oder Gebrauchtteile. Eine Beschaffung von Originalersatzteilen ab Werk sowie Reparatur-, Firmware-, Parametrier- und Serviceleistungen werden nicht angeboten. Arbeiten an Antriebsschränken dürfen nur von Elektrofachkräften ausgeführt werden. Technische Angaben ohne Gewähr; maßgeblich sind stets die Unterlagen des Maschinen- und Antriebsherstellers.