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Indramat-Regler: Geschichte, Generationen, Kompatibilität – und wie Ihre Maschine weiterläuft

Indramat EcoDrive03 Servoregler DKC11.3-040-7-FW

Gerhard Sondermann GmbH |

Indramat EcoDrive03 Servoregler DKC11.3-040-7-FW
EcoDrive03-Regler DKC11.3-040-7-FW – einer der meistverbauten Indramat-Regler in Bearbeitungszentren.

Im Schaltschrank unzähliger Bearbeitungszentren, Pressen, Druck- und Verpackungsmaschinen arbeiten sie seit Jahrzehnten zuverlässig: die Servoregler von Indramat. Wer heute eine solche Maschine betreibt, stellt früher oder später dieselben Fragen – Welcher Regler steckt da eigentlich drin? Was passt als Ersatz? Und wie lange gibt es dafür noch Teile? Dieser Beitrag beantwortet sie so, dass der Schreinermeister mit seinem Bearbeitungszentrum ebenso etwas davon hat wie der Instandhaltungsingenieur.

Das Wichtigste in Kürze
  • Indramat wurde 1958 in Neuwied gegründet, gehört seit 1965 zu Rexroth in Lohr am Main und ist seit 2001 Teil von Bosch Rexroth.
  • Ein Servoregler ist das „Gehirn“ zwischen Steuerung und Motor: Er sorgt dafür, dass eine Achse genau so weit, so schnell und so kraftvoll fährt wie befohlen.
  • Die wichtigsten Generationen: analoge TDM-Regler, die digitalen DIAX-Systeme (DDS, DKS, HDS) und die kompakten EcoDrive-Regler (DKC).
  • Für den Austausch entscheidend sind der vollständige Typenschlüssel, die Schnittstelle und das Firmware- bzw. Programmiermodul – nicht nur die Leistung.
  • Die klassischen Indramat-Baureihen werden nicht mehr gefertigt. Geprüfte Gebrauchtteile und die Instandsetzung halten bestehende Maschinen wirtschaftlich in Betrieb.

1. Was ein Servoregler eigentlich macht

Jede Achse einer CNC-Maschine – ob der Bohrbalken eines Bearbeitungszentrums, der Vorschub einer Säge oder der Takt einer Verpackungsmaschine – wird von einem Servomotor bewegt. Der Motor allein weiß aber nicht, wohin er fahren soll. Diese Aufgabe teilen sich drei Bausteine:

  1. Die Steuerung (CNC oder SPS) gibt vor: „Fahre auf Position 1.250 mm mit 40 m/min.“
  2. Der Servoregler setzt diesen Befehl in Strom um – Millisekunde für Millisekunde, genau dosiert.
  3. Der Geber im Motor meldet ständig zurück, wo die Welle gerade steht. Der Regler vergleicht Soll und Ist und korrigiert sofort.
Ein Bild aus dem Alltag: Der Regler arbeitet wie ein sehr aufmerksamer Fahrer mit dem Fuß auf dem Gaspedal. Die Steuerung ist das Navi, das Ziel und Tempo vorgibt, der Geber ist der Blick auf den Tacho. Fährt das Auto zu langsam, gibt der Fahrer Gas – fährt es zu schnell, nimmt er es weg. Nur dass der Regler das mehrere tausend Mal pro Sekunde tut.

Für den Ingenieur: Im Regler laufen typischerweise drei verschachtelte Regelkreise – Strom (Drehmoment), Drehzahl und Lage. Die Qualität dieser Regelung entscheidet über Maßhaltigkeit, Oberflächengüte und Taktzeit der Maschine.

2. Der Hersteller: von Neuwied nach Lohr am Main

Die Indramat GmbH wurde 1958 in Neuwied am Rhein gegründet und spezialisierte sich früh auf elektrische Antriebs- und Bewegungssteuerungen für Werkzeugmaschinen, Pressen, Druck- und Verpackungsmaschinen. 1965 übernahm der Hydraulikspezialist Rexroth das Unternehmen, um seine Kompetenz in der Maschinensteuerung auszubauen, und verlegte es an seinen Stammsitz nach Lohr am Main. Damit verband sich die über Generationen gewachsene Hydraulik-Erfahrung von Rexroth mit der Elektronik von Indramat.

Indramat TDM 3.2-30-300-W1 analoger Servoregler mit Programmiermodul MOD 13
Ein Klassiker der analogen Ära: TDM 3.2-30-300-W1 mit Programmiermodul MOD 13.

Rexroth wurde später Teil des Mannesmann-Konzerns. Nach der Übernahme von Mannesmann im Jahr 2001 ging die Industriesparte an die Robert Bosch GmbH. Rexroth und die Automatisierungstechnik von Bosch verschmolzen zur heutigen Bosch Rexroth AG mit Sitz in Lohr. Indramat wurde dort Kern des Geschäftsbereichs Electric Drives and Controls. Zu diesem Zeitpunkt beschäftigte Indramat rund 1.500 Mitarbeiter.

Der Markenname Indramat wird seitdem nicht mehr eigenständig geführt – er lebt aber weiter: Neuere Produktfamilien heißen bewusst IndraDrive, IndraDyn oder IndraControl. Und auf Millionen Typenschildern im Feld steht bis heute „Indramat“.

Meilensteine, die die Branche geprägt haben

  • 1979: Nach Angaben von Bosch Rexroth stellte Indramat den weltweit ersten wartungsfreien AC-Servomotor vor – bürstenlos, ohne Kohlen, die verschleißen. Das war der Abschied vom Gleichstrom-Servomotor mit seinem regelmäßigen Wartungsaufwand.
  • Ende der 1980er: Indramat war an der Entwicklung des SERCOS interface beteiligt – des ersten digitalen Bussystems zwischen CNC-Steuerung und Antrieben. Es wurde 1989 auf der EMO in Hannover vorgestellt und 1995 als internationale Norm IEC 61491 veröffentlicht.
  • Druckmaschinen: Indramat-Antriebe ermöglichten die „wellenlose“ Druckmaschine, bei der die einzelnen Druckwerke nicht mehr über eine mechanische Königswelle, sondern elektronisch synchronisiert werden.

3. Die Entwicklung: vom analogen Regler zum digitalen Antrieb

Die analoge Ära

Die ersten Generationen – allen voran die TDM-Regler mit den MAC-Motoren – arbeiteten analog. Die Steuerung gab einen Drehzahlsollwert als Spannung zwischen −10 und +10 Volt vor, der Regler setzte ihn in Motorstrom um. Die Anpassung an den jeweiligen Motor erfolgte über steckbare Programmiermodule (MOD), in denen die motorspezifischen Werte hinterlegt sind. Die Versorgung kam aus einem separaten Netzteil, etwa der Baureihe TVM.

Indramat Netzteil TVM 2.2-050-220/300-W1
Netzteil TVM 2.2 – es versorgt die analogen TDM-Regler.

Diese Technik ist robust, gut durchschaubar und läuft in vielen Maschinen bis heute. Ihr Nachteil: Analoge Signale sind empfindlich gegenüber Störungen, und jede Einstellung muss von Hand vorgenommen werden.

Der Sprung ins Digitale: DIAX

Mit den DIAX-Systemen (unter anderem DDS, DKS, später HDS und HDD) wurde die Regelung digital. Ein Mikroprozessor im Regler übernimmt die Regelkreise, Parameter werden per Software eingestellt und gespeichert. Die DDS-Regler sind modular aufgebaut: Mehrere Achsregler sitzen nebeneinander an einem gemeinsamen Versorgungsmodul und teilen sich den Gleichspannungs-Zwischenkreis. Über Steckkarten wird festgelegt, wie der Regler mit der Steuerung spricht – analog, über SERCOS oder andere Schnittstellen – und welche Firmware er ausführt.

Indramat DDS02.1-W025-D digitaler Servoregler mit Steckkarten DSS01.3 und DSM02.1
Digitaler DIAX-Regler DDS02.1-W025-D mit SERCOS-Karte DSS01.3 und Softwaremodul DSM02.1.

Gleichzeitig kamen die „digitalen“ Motoren der Baureihen MDD, MKD und MHD. Ihr Geber enthält einen Datenspeicher, in dem Motortyp und Motorparameter abgelegt sind. Der Regler liest diese Daten beim Einschalten aus – ein großer Schritt für die Inbetriebnahme und den Motortausch.

Kompakt und wirtschaftlich: EcoDrive

Ende der 1990er-Jahre folgten die EcoDrive-Regler (DKC). Der Grundgedanke: Versorgung und Achsregler in einem Gehäuse, damit auch Maschinen mit wenigen Achsen kostengünstig digital angetrieben werden können. Die dritte Generation, EcoDrive03 (erkennbar an „.3“ im Typenschlüssel, etwa DKC11.3), brachte steckbare Firmware-Module und einen erweiterten Leistungsbereich. Gerade in der Holzbearbeitung findet man EcoDrive-Regler und MKD- bzw. MHD-Motoren in vielen Bearbeitungszentren, unter anderem von HOMAG und WEEKE.

4. Die Generationen im Überblick

Familie Typische Regler Typische Motoren Kennzeichen
Analoge Baureihen TDM mit Netzteil TVM MAC ±10-V-Sollwert, Motoranpassung über Programmiermodul MOD
DIAX02 / DIAX03 DDS, DKS, DKR MDD, MKD digital, modular, Schnittstellen und Firmware über Steckkarten
DIAX04 HDS, HDD mit Versorgung HVE/HVR MHD, MKD leistungsfähigere digitale Mehrachssysteme
EcoDrive01 / 02 DKC01.1, DKC02.1, DKC11.1, DKC02.2 MKD Kompaktregler mit integrierter Versorgung
EcoDrive03 DKC01.3 bis DKC06.3, DKC11.3, DKC21.3, DKC22.3 MKD, MHD steckbares Firmware-Modul, mehrere Busvarianten
IndraDrive HCS, HMS u. a. MSK, MHD, MKD aktuelle Rexroth-Plattform seit Mitte der 2000er
ctrlX DRIVE ctrlX DRIVE MS2N u. a. neueste Generation, seit 2020

Die Übersicht ordnet die gängigsten Typen ein. Innerhalb der Familien gibt es zahlreiche Ausführungen und Sonderversionen; maßgeblich ist immer das Typenschild des einzelnen Geräts.

5. Typenschlüssel lesen – an zwei Beispielen

Der Typenschlüssel auf dem Typenschild ist der Schlüssel zum richtigen Ersatzteil. Er sieht auf den ersten Blick kryptisch aus, folgt aber einer klaren Logik.

Beispiel 1: DKC11.3-040-7-FW (EcoDrive03)

Teil Bedeutung
DKC Kompaktregler der EcoDrive-Familie, Versorgung im Gerät integriert
11 Schnittstelle zur Steuerung – hier analog mit serieller Schnittstelle
.3 Generation: EcoDrive03
040 Stromklasse, hier 40 A Spitzenstrom
7 Spannungsklasse des Zwischenkreises (700 V)
FW Firmware ist nicht Teil des Grundgeräts, sondern steckt auf einem eigenen Modul

Die Ziffern vor dem Punkt verraten die Schnittstelle. Bei EcoDrive03 gilt im Wesentlichen:

Kennung Schnittstelle zur Steuerung
DKC01.3 analog / parallel
DKC02.3 SERCOS (Lichtwellenleiter-Ring)
DKC03.3 PROFIBUS-DP
DKC04.3 INTERBUS
DKC05.3 CANopen
DKC06.3 DeviceNet
DKC11.3 analog mit serieller Schnittstelle
Wichtig: Zwei Regler mit gleicher Stromklasse, aber unterschiedlicher Schnittstelle – etwa DKC02.3-040 und DKC03.3-040 – haben dieselbe Leistungselektronik, sprechen aber eine andere „Sprache“ mit der Steuerung. Sie sind nicht ohne Weiteres gegeneinander austauschbar.

Beispiel 2: DDS02.1-W100-D (DIAX)

Teil Bedeutung
DDS modularer digitaler Achsregler, benötigt ein separates Versorgungsmodul
02.1 Baugröße und Ausführungsstand
W Kühlung über eingebautes Gebläse
100 Stromklasse, hier 100 A
D Ausführung der Motorrückführung

Beim DDS kommt hinzu: Erst die eingesteckten Karten – Schnittstellenkarte (z. B. DSS für SERCOS) und Software- bzw. Firmwaremodul (z. B. DSM) – machen aus dem Grundgerät den konkreten Antrieb Ihrer Maschine. Deshalb gehören diese Karten mit in jede Ersatzteilanfrage.

6. Kompatibilität: Was passt zu was?

Die gute Nachricht vorweg: Wer den Typenschlüssel kennt, findet in aller Regel einen passenden Ersatz. Die folgenden Punkte entscheiden darüber, ob ein Austausch „Stecker raus, Stecker rein“ ist oder ob Parameter angepasst werden müssen.

Regel 1: Gleicher Typenschlüssel – direkter Tausch

Stimmt der vollständige Typenschlüssel überein, passen Leistungsteil, Anschlüsse und Schnittstelle. Bei EcoDrive03 enthält das steckbare Firmware-Modul in der Regel auch die Parameter des Antriebs. Wird es aus dem alten in das neue Gerät umgesteckt, steht die gewohnte Einstellung sofort wieder zur Verfügung.

Regel 2: Die Schnittstelle muss passen

Die Steuerung erwartet eine bestimmte Kommunikation: einen analogen Sollwert, einen SERCOS-Ring oder einen Feldbus. Der Ersatzregler muss genau diese Schnittstelle haben – oder mit der passenden Schnittstellenkarte ausgestattet werden.

Regel 3: Stromklasse nicht beliebig wechseln

Ein stärkerer Regler ist nicht automatisch die bessere Wahl. Die Regelparameter, die Absicherung, die Kabel und der Motor sind auf eine bestimmte Stromklasse abgestimmt. Ein Wechsel ist technisch oft möglich, erfordert aber eine fachkundige Neuparametrierung.

Regel 4: Firmware und Software-Stand beachten

Die Firmware bestimmt, was der Regler kann und wie er mit der Steuerung zusammenarbeitet. Bei EcoDrive steckt sie auf einem eigenen Modul (Bezeichnung beginnt mit FWA-ECODR…), bei DIAX auf Steckkarten. Am sichersten ist es, das eigene, eingespielte Firmware-Modul der Maschine weiterzuverwenden. Weicht der Stand ab, sollten die Parameter vor dem Einschalten der Maschine geprüft werden.

Indramat EcoDrive Firmware-Modul FWA-ECODRV-ASE-SE-01VRS-MS
EcoDrive-Firmware-Modul FWA-ECODRV-ASE-SE-01VRS-MS – der Software-Stand steht auf dem Etikett.

Regel 5: Motor und Regler gehören zur selben Familie

Die digitalen Motoren MDD, MKD und MHD melden sich über den Datenspeicher im Geber beim Regler an. Deshalb lässt sich ein Motor gleichen Typs in der Regel ohne Neueinstellung tauschen. Analoge MAC-Motoren dagegen werden über das Programmiermodul MOD im TDM-Regler angepasst – beim Reglertausch wandert das Modul mit.

Austausch Aufwand
Gleicher Typenschlüssel, eigenes Firmware-/Programmiermodul umgesteckt gering – einbauen, anschließen, Funktion prüfen
Gleicher Typ, anderer Firmware-Stand mittel – Parameter prüfen und ggf. übertragen
Andere Stromklasse oder Schnittstellenkarte höher – Neuparametrierung durch Fachkraft
Wechsel auf eine neue Generation (IndraDrive, ctrlX DRIVE) Projekt – neue Verdrahtung, Inbetriebnahme, oft Anpassung der Steuerung

7. Besonderheiten, die man kennen sollte

  • Diagnoseanzeige H1: Viele Indramat-Regler haben vorn eine kleine zweistellige Anzeige. Im Normalbetrieb zeigt sie den Betriebszustand, im Fehlerfall einen Fehlercode. Notieren oder fotografieren Sie diesen Code – er ist die wichtigste Information für jede Diagnose.
  • SERCOS mit Lichtwellenleiter: Bei SERCOS-Antrieben laufen die Befehle über Lichtwellenleiter in einem Ring von Achse zu Achse. Ein geknickter Leiter oder ein verschmutzter Stecker kann die ganze Maschine stilllegen, obwohl alle Regler in Ordnung sind.
  • Parametrierung über DriveTop: Die Inbetriebnahme-Software von Indramat bzw. Rexroth verbindet sich meist über die serielle Schnittstelle mit dem Regler. Damit lassen sich Parameter sichern, vergleichen und zurückspielen. Eine aktuelle Parametersicherung Ihrer Maschine ist im Störfall Gold wert.
  • Zwischenkreis: Im Regler steht auch nach dem Abschalten noch für einige Zeit eine gefährlich hohe Gleichspannung an. Arbeiten am Gerät gehören deshalb ausschließlich in die Hände einer Elektrofachkraft, und die vorgeschriebene Entladezeit muss abgewartet werden.
  • Langlebigkeit: Indramat-Geräte sind für ihre robuste Bauweise bekannt. Dass Regler aus den 1990er-Jahren heute noch täglich laufen, ist keine Ausnahme. Typische Alterungsteile sind Lüfter und Kondensatoren – beides lässt sich bei einer Instandsetzung erneuern.

8. Gegenwart und Zukunft: IndraDrive und ctrlX DRIVE

Die klassischen Indramat-Baureihen werden nicht mehr neu gefertigt. Auch für die jüngeren Familien EcoDrive03 und DIAX04, die über zwei Jahrzehnte im Markt waren, läuft die Abkündigung. Für Maschinenbesitzer bedeutet das nicht, dass die Maschine ein Problem hat – sondern dass Ersatz heute vor allem aus geprüften Gebrauchtteilen und aus der Instandsetzung kommt.

Der Hersteller setzt heute auf zwei Plattformen:

  • IndraDrive vereint seit Mitte der 2000er-Jahre Servo- und Frequenzumrichtertechnik auf einer Plattform. Optional mit integrierter SPS und eingebauter Sicherheitstechnik („Safety on Board“), mit SERCOS und allen gängigen Feldbussen.
  • ctrlX DRIVE ist seit 2020 die jüngste Generation: deutlich kompakter, frei kombinierbar, mit Spitzenströmen von 6 bis 375 A und eingebettet in die offene Automatisierungsplattform ctrlX AUTOMATION.

Weiterbetreiben oder modernisieren?

Eine Umrüstung auf eine neue Generation ist ein echtes Retrofit-Projekt: neue Regler, meist neue Kabel und Geber, eine neue Inbetriebnahme und häufig Eingriffe in die Maschinensteuerung. Das lohnt sich vor allem dann, wenn die Maschine ohnehin grundlegend modernisiert wird.

Für die meisten Betriebe ist der wirtschaftlichere Weg ein anderer: Die Maschine läuft, die Mechanik ist gut, die Mitarbeiter kennen sie. Dann sichert ein geprüfter Ersatzregler im Lager oder eine schnelle Instandsetzung den Betrieb für viele weitere Jahre – zu einem Bruchteil der Retrofit-Kosten.

Tipp für die Instandhaltung: Wer mehrere Maschinen mit gleicher Antriebstechnik betreibt, fährt gut damit, einen geprüften Ersatzregler je verbautem Typ vorzuhalten und die Parametersätze aller Achsen regelmäßig zu sichern. Aus einem Maschinenstillstand von Wochen werden so wenige Stunden.

9. Für die Praxis: Was tun, wenn ein Regler ausfällt?

  1. Fehlercode notieren: Was zeigt die Anzeige am Regler, was meldet die Steuerung?
  2. Typenschild fotografieren: vollständig und gut lesbar – vom Regler, von eingesteckten Karten und Modulen und vom Motor der betroffenen Achse.
  3. Umfeld prüfen lassen: Kabel, Stecker, Lichtwellenleiter und Motor sind häufiger die Ursache, als man denkt.
  4. Parameter sichern: Wenn der Regler noch kommuniziert, die Parameter auslesen lassen.
  5. Ersatz oder Reparatur wählen: Ein geprüftes Ersatzgerät bringt die Maschine am schnellsten wieder in Gang. Das defekte Gerät kann anschließend instand gesetzt und als eigener Reservebestand genutzt werden.
  • Typenschild Regler (vollständiger Typenschlüssel und Materialnummer)
  • Bezeichnung des Firmware- oder Programmiermoduls und der Steckkarten
  • Typenschild des Motors
  • Maschinenhersteller, Maschinentyp und Baujahr
  • Fehlercode und kurze Beschreibung des Fehlerbilds

10. Häufige Fragen

Gibt es noch neue Indramat-Regler?

Nein, die klassischen Indramat-Baureihen werden nicht mehr gefertigt. Ersatz kommt heute aus geprüften Gebrauchtgeräten, aus unbenutzter Lagerware und aus der Instandsetzung.

Kann ich einen DKC02.3 durch einen DKC03.3 ersetzen?

Nicht ohne Weiteres. Die Leistungselektronik ist bei gleicher Stromklasse gleich, aber die Schnittstelle zur Steuerung ist eine andere – SERCOS beim DKC02.3, PROFIBUS-DP beim DKC03.3. Entscheidend ist, welche Schnittstelle Ihre Steuerung erwartet.

Brauche ich zum Ersatzregler auch ein Firmware-Modul?

In den meisten Fällen verwenden Sie Ihr vorhandenes Modul weiter und stecken es in das Ersatzgerät um. Damit bleiben Firmware-Stand und – bei EcoDrive03 – in der Regel auch die Parameter erhalten. Fehlt das Modul oder ist es defekt, beraten wir Sie zum passenden Ersatz.

Muss nach dem Tausch eines MKD- oder MHD-Motors neu eingestellt werden?

Bei gleichem Motortyp in der Regel nicht: Der Geber enthält einen Datenspeicher mit den Motordaten, die der Regler beim Einschalten ausliest. Die Funktion der Achse sollte nach dem Tausch trotzdem geprüft werden.

Lohnt sich die Reparatur eines alten Reglers?

Häufig ja. Gerade bei älteren Baureihen ist die Instandsetzung oft die wirtschaftlichste Lösung, und das reparierte Gerät steht danach als Reserve bereit. Eine Überprüfung mit Befundbericht zeigt vorab, was zu tun ist.

Wann ist ein Umstieg auf IndraDrive oder ctrlX DRIVE sinnvoll?

Vor allem, wenn die Maschine ohnehin umfassend modernisiert wird oder neue Funktionen gefordert sind. Für den reinen Weiterbetrieb einer gut laufenden Maschine sind geprüfte Ersatzteile und Instandsetzung meist deutlich günstiger.

11. Indramat-Teile und Reparaturservice bei Sondermann

Wir führen Indramat- und Rexroth-Antriebstechnik ab Lager – im eigenen Haus geprüft, mit vollständigen Typenschilddaten und Fotos am Artikel. Eine Auswahl:

EcoDrive-Regler (DKC) und Firmware-Module

Digitale DIAX-Regler (DDS)

Analoge Regler, Versorgungsmodule und Zubehör

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Ihr eigenes Gerät ist defekt? Mit unserer Überprüfung für Reparatur Antriebselektronik erhalten Sie zum Festpreis einen Befundbericht für Indramat-Regler der Baureihen TDM, TVM, TVR, DKC und DDS. Bei Auftragserteilung wird die Prüfpauschale voll auf die Instandsetzung angerechnet.

Sie sind nicht sicher, welches Teil passt? Schicken Sie uns die Angaben aus der Checkliste in Abschnitt 9 – wir prüfen den Typenschlüssel und nennen Ihnen den passenden Ersatz.