Die Maschine lässt sich nicht mehr starten, und die Trittmatte ist verdächtig. In den meisten Fällen ist aber nicht die Matte defekt, sondern das Auswertegerät im Schaltschrank – oder umgekehrt. Hier steht, wie Matte und Schaltgerät zusammenhängen und wie Sie beides eindeutig bestimmen.
Dafür sind Sie hier richtig
- Matte und Auswertegerät als Paar bestimmen, statt einzeln zu raten
- HOMAG-Nummer und Bircher-Typ zusammenbringen
- Mattenfehler von Gerätefehler unterscheiden, bevor Sie das Teurere bestellen
- Geprüfte gebrauchte und fabrikneue Matten in den gängigen Maßen
Dafür ist der Hersteller oder eine Fachkraft zuständig
- Sicherheitstechnische Beurteilung Ihrer Anlage und Festlegung des erforderlichen Performance Level
- Prüfung, Abnahme und Dokumentation der Sicherheitsfunktion
- Umbau oder Erweiterung des Sicherheitskreises
- Alles, was bei laufendem Vollbetrieb garantiert innerhalb von Stunden da sein muss
Sicherheitsbauteile: Matte und Auswertegerät bilden gemeinsam eine Sicherheitsfunktion. Ein Austausch – auch ein scheinbar gleichwertiger – darf nur durch eine Elektrofachkraft erfolgen und muss anschließend auf Wirksamkeit geprüft werden. Maßgeblich sind die Unterlagen des Maschinen- und Bauteilherstellers, nicht diese Seite.
Der teuerste Irrtum: Es wird eine neue Matte bestellt, obwohl das Auswertegerät ausgefallen ist. Die Matte ist das große, sichtbare Teil – aber das Schaltgerät im Schrank ist die Elektronik, die altert. Prüfen Sie beides, bevor Sie das Teurere bestellen.
Wie das System arbeitet
Eine Sicherheitsschaltmatte ist im Prinzip ein großer, flacher Schalter: Zwei leitfähige Lagen liegen durch eine elastische Zwischenschicht getrennt übereinander. Tritt jemand darauf, berühren sie sich. Diese Zustandsänderung wertet ein eigenes Gerät im Schaltschrank aus – das Sicherheitsschaltgerät – und schaltet den Sicherheitskreis der Maschine ab.
Das Auswertegerät überwacht dabei nicht nur den Tritt, sondern auch die Leitung selbst: Kabelbruch, Kurzschluss und Querschluss müssen erkannt werden. Genau deshalb ist die Kombination aus Matte und Gerät festgelegt und nicht beliebig mischbar.
Die Auswertegeräte
| Typ | Merkmale | HOMAG-Nummer |
|---|---|---|
ESD3 – Ausführungen ESD3-K167, ESD3-6171, ESD3-6171-K234
|
Sicherheitsrelais zur Mattenauswertung. Die Anhänge (K167, 6171, K234) bezeichnen kundenspezifische Ausführungen – gleiche Grundfunktion, unterschiedliche Beschaltung. Es gibt zusätzlich Revisionsstände, etwa REV. A. |
4-008-32-0967 |
ESR3 – Ausführung ESR3-K067
|
Sicherheitsschaltgerät, im Bestand in der 230-V-AC-Ausführung. | 4-008-32-0456 |
Wichtig für die Suche: Der Hersteller firmierte über die Jahre als BBC Bircher, Bircher Reglomat und Bircher. Alle drei Schreibweisen bezeichnen dieselben Geräte. Und dieselbe HOMAG-Nummer kann mehrere Bircher-Ausführungen abdecken – prüfen Sie deshalb immer beide Bezeichnungen.
Die Matten
| Reihe | Ausführungen im Bestand | Bekannte Nummern |
|---|---|---|
ESM-21 |
1200×500 und 1200×1000 mm, blau und schwarz | Bircher 121019-001, PA00524-001, 5176.5.100, 2082372 · HOMAG 4-008-32-0432, 4-008-32-0477
|
ESM-52 |
1200×1250 mm, Oberfläche mit Noppen | Bircher 5176.5.103
|
ESM-52D |
1200×500, 1200×750, 1600×500, 1600×750, 1600×1000 mm; Bauhöhe 11 mm | Bircher 02049773, 02072787, 211714/B, 211715/B, 211716/B
|
ESM-54 G |
1200×1000 mm, schwarz | Bircher 20213217
|
An der WEEKE BP 155 CNC finden sich beispielsweise ESM-52D in 1200×500 und 1200×750 mm. Die 1600er Formate der ESM-52D tauchen an HOMAG- und IMA-Maschinen auf. Das ist ein Hinweis, keine Regel – in gewachsenen Anlagen sind die Belegungen oft verändert worden.
So bestimmen Sie das richtige Teil
| Angabe | Wo sie steht |
|---|---|
| 1. Mattenmaß | Selbst nachmessen, Länge × Breite × Dicke. Nicht auf das Maß in der Unterlage verlassen – Matten werden über die Jahre gegen andere Formate getauscht. |
| 2. Aufdruck auf der Matte | Typ (ESM-…), Bircher-Nummer, oft auch die HOMAG-Nummer; meist am Rand oder auf der Unterseite |
| 3. Typenschild des Auswertegeräts | Im Schaltschrank: Typ, Ausführung (K…-Nummer), Spannung, Revisionsstand |
| 4. Steuerspannung | 24 V DC oder 230 V AC – entscheidend und nicht austauschbar |
| 5. Anzahl der Matten je Gerät | Foto der Verdrahtung; mehrere Matten können auf ein Gerät gehen |
Fehlerbilder: Matte oder Schaltgerät?
| Was Sie feststellen | Woran es meistens liegt |
|---|---|
| Maschine lässt sich nicht starten, Matte scheinbar unbelastet | Dauerkontakt in der Matte durch Quetschung, oder Auswertegerät in Fehlerverriegelung |
| Fehler kommt und geht, oft temperaturabhängig | Anschlusskabel oder Steckverbinder an der Matte, seltener die Matte selbst |
| Matte reagiert nicht mehr | Leitungsbruch im Mattenanschluss – typischerweise dort, wo die Matte an der Kante bewegt oder überfahren wurde |
| Auswertegerät meldet ständig Fehler, auch mit abgeklemmter Matte | Gerät selbst – häufig Elko-Alterung oder Relaiskontakte |
| Matte hält mechanisch nicht mehr, wellt sich, Kanten offen | Alterung der Zwischenschicht; die Matte ist dann auch sicherheitstechnisch am Ende |
| Nach Mattentausch weiterhin Störung | Falscher Mattentyp für dieses Auswertegerät – die Kombination muss stimmen |
Der schnellste Test: Matte am Gerät abklemmen und den Widerstand über die Anschlüsse im unbelasteten und im belasteten Zustand messen. Zeigt die Matte sauberes Verhalten und das Gerät meldet trotzdem Fehler, liegt es am Gerät. Diese Messung gehört in die Hand einer Elektrofachkraft.
Neu oder gebraucht?
Fabrikneu ist bei Matten in den gängigen Maßen häufig noch möglich und bei einem Sicherheitsbauteil auch die naheliegende Wahl. Einige der hier geführten ESM-52D sind fabrikneu.
Geprüft gebraucht kommt vor allem dann in Betracht, wenn ein Maß oder eine Ausführung neu nicht mehr lieferbar ist – was bei den älteren Ausführungen der Auswertegeräte regelmäßig der Fall ist. Was zu Ihrer Ausführung gerade verfügbar ist, sehen Sie im Shop.
Häufige Fragen
Nicht ohne sicherheitstechnische Beurteilung. Die abgedeckte Fläche ist Teil der Schutzfunktion – sie ergibt sich aus Zugangsweg und Nachlaufzeit der Maschine. Ein kleineres Format kann die Schutzwirkung aufheben.
Nein. Mattentyp und Auswertegerät bilden ein festgelegtes Paar. Auch innerhalb derselben Reihe gibt es Ausführungen mit unterschiedlicher Beschaltung.
Das ist ein ESD3-Sicherheitsrelais. Unter dieser einen HOMAG-Nummer laufen mehrere Bircher-Ausführungen, unter anderem K167 und 6171-K234. Schicken Sie ein Foto des Typenschilds, dann lässt sich die Ausführung eindeutig bestimmen.
Zwei Gerätefamilien desselben Herstellers für dieselbe Aufgabe, mit unterschiedlicher Ausführung und unterschiedlicher HOMAG-Nummer (4-008-32-0967 gegenüber 4-008-32-0456). Welches Gerät bei Ihnen sitzt, entscheidet der Schaltplan – nicht die Matte.
Alle drei bezeichnen denselben Hersteller in unterschiedlichen Firmierungsphasen. Suchen Sie im Zweifel nach allen Schreibweisen.
Ja. Eine Sicherheitsfunktion ist nach jedem Eingriff auf Wirksamkeit zu prüfen. Das gehört in die Hand einer Elektrofachkraft und ist zu dokumentieren.
Weil sie hier nicht erst als Gebrauchtteil aufgetaucht sind. Ab 1996 lief die Werksvertretung für IMA in unserem Gebiet, rund sieben Jahre lang – also in der Zeit, in der genau diese Maschinengeneration ausgeliefert und in Betrieb genommen wurde. Diese Vertretung besteht heute nicht mehr; das Wissen über die Baureihen schon.
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Nummer statt Bezeichnung? Alle Nummernverzeichnisse · Elektroplan HOMAG BAZ / BOF 41
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Rechtlicher Hinweis: Die Gerhard Sondermann GmbH ist ein unabhängiger Händler und steht aktuell in keiner Geschäftsbeziehung zu den genannten Herstellern. Marken-, Typ- und Artikelnummern werden ausschließlich zu Referenz- und Identifikationszwecken genannt, um die Verwendbarkeit der angebotenen Teile zu beschreiben. Angebotene Teile sind, sofern nicht ausdrücklich als Originalteil gekennzeichnet, kompatible Ersatz- oder Gebrauchtteile. Eine Beschaffung von Originalersatzteilen ab Werk sowie Reparatur- und Serviceleistungen werden nicht angeboten. Die Angaben auf dieser Seite dienen der technischen Orientierung und ersetzen keine sicherheitstechnische Beurteilung; maßgeblich sind die Unterlagen des Maschinen- und Bauteilherstellers. Arbeiten an Sicherheitseinrichtungen dürfen nur von Elektrofachkräften ausgeführt und müssen anschließend auf Wirksamkeit geprüft werden. Alle Angaben ohne Gewähr.