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Zellenradschleuse: Funktion, Auslegung, Leckluft und ATEX – der Praxisleitfaden

Zellenradschleuse: Funktion, Auslegung, Leckluft und ATEX – der Praxisleitfaden

Gerhard Sondermann GmbH |

Unter fast jedem Filter, Zyklon und Silo arbeitet sie unauffällig: die Zellenradschleuse. Ihre Aufgabe klingt einfach und ist doch der Schlüssel für jede Absaug- und Förderanlage: Sie sperrt den Druck ab und lässt trotzdem das Material durch – kontinuierlich und drucklos, in einen Behälter oder eine Förderleitung. Dieser Leitfaden erklärt das Prinzip so, dass es auch ohne Vorwissen in Lufttechnik verständlich ist, und zeigt dann mit konkreten Zahlen, wie Sie die richtige Schleuse auswählen.

Das Wichtigste in Kürze
  • In Absaug- und Förderanlagen herrscht entweder Unterdruck (es wird gesaugt) oder Überdruck (es wird gedrückt). Die Umgebung darunter – Container, Silo, Förderleitung – hat einen anderen Druck.
  • Die Zellenradschleuse trennt diese Druckbereiche wie eine Drehtür: Das Material kommt durch, die Luft (fast) nicht.
  • Dadurch kann der Filter im laufenden Betrieb entleert werden, ohne dass Luft, Staub oder Leistung verloren gehen.
  • Die Förderleistung ergibt sich aus Zellenvolumen × Drehzahl × Füllgrad – Herstellerangaben beziehen sich meist auf 50 % Füllgrad.
  • Eine ATEX-Kennzeichnung bedeutet: Die Schleuse ist in der Zone selbst keine Zündquelle. Eine Explosionsentkopplung ist das noch nicht.

1. Grundlagen ohne Vorwissen: Druck, Unterdruck, Überdruck

Wer aus der Mechanik oder Elektrik kommt, denkt bei einer Absauganlage zuerst an Rohre, Ventilator und Filter. Entscheidend für das Verständnis der Zellenradschleuse ist aber etwas, das man nicht sieht: der Luftdruck in den einzelnen Anlagenteilen.

Die Luft um uns herum hat einen Druck – den Umgebungsdruck. Ein Ventilator verändert diesen Druck. Auf der Seite, von der er die Luft wegzieht, entsteht Unterdruck: Die Luft dort will von außen nachströmen, so wie bei einem Staubsauger. Auf der Seite, zu der er die Luft hindrückt, entsteht Überdruck: Die Luft will dort an jeder Öffnung nach außen entweichen, so wie bei einem aufgepumpten Reifen mit kleinem Loch.

Die Grundregel: Luft strömt immer vom höheren zum niedrigeren Druck – und nimmt dabei mit, was leicht genug ist: Staub, Späne, Pulver. Jede Öffnung zwischen zwei Bereichen mit unterschiedlichem Druck wird deshalb zu einer Düse, durch die Luft und Material in die falsche Richtung strömen.

Wie groß sind die Drücke?

In der Absaugtechnik geht es um kleine Druckunterschiede, die aber große Wirkung haben. Angegeben werden sie in Pascal (Pa) oder Kilopascal (kPa), manchmal auch in Millibar (mbar):

Einheit Umrechnung Zum Vergleich
1 kPa = 1.000 Pa = 10 mbar entspricht etwa 10 cm Wassersäule
8 kPa = 80 mbar rund 8 % des normalen Luftdrucks
Normaler Luftdruck ca. 1.013 mbar Bezugspunkt „0“ für Unter- und Überdruck

Klingt wenig – aber 80 mbar Druckunterschied auf einer Öffnung von 220 × 500 mm entsprechen einer Kraft von rund 880 Newton, also dem Gewicht von etwa 90 Kilogramm. Kein Wunder, dass durch eine offene Klappe unter einem Filter enorme Luftmengen strömen.

2. Die eigentliche Aufgabe: Druck absperren, Material durchlassen

Damit ist das Problem klar: Im Filter, im Zyklon oder in der Förderleitung herrscht ein anderer Druck als im Container oder Silo, in den das Material hinein soll. Man braucht also ein Bauteil, das zwei Dinge gleichzeitig kann:

  1. Den Druckunterschied absperren – damit keine Luft unkontrolliert von einem Bereich in den anderen strömt.
  2. Das Material trotzdem durchlassen – und zwar kontinuierlich, also im laufenden Betrieb, ohne die Anlage anzuhalten.

Eine Klappe oder ein Schieber kann nur eines von beiden: Entweder ist er zu – dann ist der Druck abgesperrt, aber das Material staut sich. Oder er ist offen – dann fließt das Material, aber der Druck bricht zusammen. Die Zellenradschleuse löst diesen Widerspruch.

Der Vergleich mit der Drehtür: Am Eingang eines Kaufhauses sorgt eine Drehtür dafür, dass ständig Menschen hinein- und hinausgehen können, ohne dass die warme Luft nach draußen entweicht. Es ist immer mindestens ein Türflügel geschlossen. Genau so arbeitet die Zellenradschleuse – nur dass statt Menschen Staub, Späne oder Granulat befördert werden und statt warmer Luft der Druck im Filter erhalten bleibt.

Das Ergebnis: Das Material verlässt die Anlage drucklos. Es fällt einfach durch die Schwerkraft in den Behälter darunter oder wird an eine Förderleitung übergeben – ohne Luftstoß, ohne Staubwolke, ohne Leistungsverlust in der Anlage.

3. So funktioniert eine Zellenradschleuse

Einlauf Filter / Zyklon Auslauf drucklos in Behälter Drehrichtung gefüllte Zellen wandern nach unten Rotorflügel mit Dichtlippe leere Zellen laufen zurück
Schnittbild: Die Flügel des Rotors bilden Zellen. Oben werden sie gefüllt, unten entleert. Zwischen Einlauf und Auslauf liegt immer mindestens ein Flügel am Gehäuse an.

Im Gehäuse dreht sich ein Rotor – das Zellenrad. Seine Flügel teilen den Innenraum in Kammern, die Zellen. Oben sitzt der Einlauf, unten der Auslauf. Der Ablauf wiederholt sich mit jeder Zelle:

  1. Füllen: Unter dem Einlauf rieselt das Schüttgut in die offene Zelle. Hier herrscht der Druck des Filters oder Zyklons.
  2. Abschließen: Der Rotor dreht weiter. Die gefüllte Zelle wird von der Gehäusewand geschlossen – Einlauf und Auslauf sind in diesem Moment voneinander getrennt. Das ist die „Schleuse“.
  3. Entleeren: Am Auslauf öffnet sich die Zelle nach unten, das Material fällt durch die Schwerkraft in Container, Silo oder Förderleitung. Hier herrscht der Druck der Umgebung.
  4. Rücklauf: Die leere Zelle dreht zurück zum Einlauf und nimmt dabei etwas Luft von der Auslaufseite mit.

Die Bauteile im Überblick: Gehäuse mit Ein- und Auslaufflansch, Rotor mit Flügeln und Dichtlippen oder eng tolerierten Kanten, beidseitige Lagerung mit Wellendichtung sowie ein Getriebemotor. Das Getriebe untersetzt die Motordrehzahl stark, damit der Rotor langsam und mit hoher Kraft dreht – typisch sind etwa 15 bis 25 Umdrehungen pro Minute.

4. Drei typische Einbausituationen

a) Filter oder Zyklon mit Unterdruck – der häufigste Fall

Der Ventilator sitzt hinter dem Filter und saugt die Luft durch ihn hindurch. Im Filter herrscht also Unterdruck. Wäre der Auslauf unten offen, würde der Ventilator dort Luft von außen ansaugen. Die Folgen kennt jeder Praktiker:

  • Saugleistungsverlust: Jeder Kubikmeter Falschluft, der unten in den Filter strömt, fehlt an den Absaugstellen der Maschinen.
  • Rückwirbeln: Bereits abgeschiedener Staub wird von der einströmenden Luft wieder hochgerissen und belastet die Filterschläuche zusätzlich.
  • Kein Austrag: Das Material kann gegen die einströmende Luft gar nicht richtig nach unten fallen.

Die Schleuse sperrt den Unterdruck nach unten ab und gibt das Material drucklos in den Container.

b) Filter mit Überdruck – Ventilator vor dem Filter

In manchen Anlagen sitzt der Ventilator vor dem Filter und drückt die staubhaltige Luft hinein. Dann herrscht im Filter Überdruck. Ohne Schleuse würde die Luft am Auslauf nach außen blasen – und eine Staubwolke mitnehmen. Hier verhindert die Schleuse, dass Druck und Staub nach unten entweichen, und lässt nur das abgeschiedene Material heraus.

c) Einschleusen in eine Förderleitung

Soll das Material weitertransportiert werden, etwa vom Filter in ein entferntes Silo, übergibt die Schleuse es an eine pneumatische Förderleitung. In dieser Leitung herrscht wiederum ein eigener Druck. Die Schleuse sorgt dafür, dass die Förderluft nicht zurück in den Filter drückt, und dosiert das Material gleichmäßig in die Leitung – nicht zu viel auf einmal, damit die Leitung nicht verstopft.

Unter Silos übernimmt die Schleuse noch eine weitere Aufgabe: Sie nimmt dem Schüttgut den Druck der darüberliegenden Materialsäule und entlastet nachfolgende Schnecken oder Förderbänder.

5. Auslegung mit Rechenbeispiel

Die Förderleistung einer Zellenradschleuse folgt einer einfachen Beziehung:

Volumenstrom [m³/h] = Volumen pro Umdrehung [m³] × Drehzahl [min⁻¹] × 60 × Füllgrad

Der Füllgrad beschreibt, wie voll die Zellen tatsächlich werden. Selten sind sie randvoll, deshalb geben Hersteller die Leistung in der Regel bei einem Bezugsfüllgrad an, häufig 50 %. Wer statt Kubikmetern Kilogramm braucht, multipliziert zusätzlich mit der Schüttdichte – also dem Gewicht eines Kubikmeters lose geschüttetem Material.

Beispiel: Austrag unter einem Spänefilter

Eine Schleuse mit 500 mm Baulänge fördert bei 17 min⁻¹ und 50 % Füllgrad 13,7 m³/h. Daraus lässt sich zurückrechnen:

  • Theoretisch bei 100 % Füllung: 13,7 ÷ 0,5 = 27,4 m³/h
  • Volumen pro Umdrehung: 27,4 ÷ (17 × 60) ≈ 0,027 m³, also rund 27 Liter

Fallen in Ihrem Betrieb in Spitzenzeiten 8 m³ Späne pro Stunde an, ist diese Schleuse mit gut 40 % Reserve ausreichend dimensioniert. Bei 13 m³/h wäre sie dagegen am Limit – dann ist die nächste Baugröße die bessere Wahl.

Praxistipp: Die Schüttdichte variiert stark mit Material, Feuchte und Partikelgröße. Feiner Schleifstaub verhält sich anders als grobe Hobelspäne. Rechnen Sie immer mit den Werten Ihres eigenen Materials – im Zweifel lohnt es sich, einen Behälter mit bekanntem Volumen zu füllen und zu wiegen.

Warum nicht einfach schneller drehen?

Weil die Zellen sich ab einer gewissen Drehzahl nicht mehr vollständig füllen. Das Material hat schlicht nicht genug Zeit, in die Zelle zu fallen. Die Leistung steigt dann kaum noch, Verschleiß und Leckluft dagegen schon. Mehr Leistung erreicht man über die Baugröße, nicht über die Drehzahl.

6. Leckluft verstehen und bewerten

Keine Zellenradschleuse ist vollkommen luftdicht – auch die Drehtür im Kaufhaus lässt bei jeder Drehung etwas Luft durch. Bei der Schleuse heißt dieser Anteil Leckluft. Sie setzt sich aus zwei Teilen zusammen:

  • Spaltluft: strömt durch die schmalen Spalte zwischen Rotor und Gehäuse von der Seite mit dem höheren zur Seite mit dem niedrigeren Druck.
  • Schöpfluft: wird in den leeren, zurücklaufenden Zellen mitgenommen.

Entscheidend ist der Druckunterschied zwischen Ein- und Auslauf. Je größer er ist, desto mehr Luft drückt sich durch die Spalte. Seriöse Datenblätter zeigen deshalb eine Kennlinie Leckluft über Druckdifferenz. Ein Beispiel aus der Praxis für Schleusen mit Gummidichtlippen bei rund 8 kPa (80 mbar) Druckdifferenz:

Baulänge Förderleistung (50 %) Leckluft bei ca. 8 kPa
250 mm 7,4 m³/h ca. 38 m³/h
500 mm 13,7 m³/h ca. 52 m³/h
750 mm 21,1 m³/h ca. 65 m³/h
1000 mm 29,1 m³/h ca. 80 m³/h

Wie ist das einzuordnen? Eine Absaugung für einige Holzbearbeitungsmaschinen bewegt oft mehrere tausend Kubikmeter Luft pro Stunde. Gegenüber diesem Volumenstrom ist die Leckluft einer intakten Schleuse gering. Kritisch wird sie, wenn die Dichtlippen verschlissen sind: Dann kann sich der Wert vervielfachen, und die Falschluft behindert zusätzlich den Materialzulauf in die Zellen.

Daraus ergibt sich eine einfache Faustregel für den Betrieb: Sinkt die Absaugleistung, obwohl Filter und Rohrleitungen in Ordnung sind, gehört die Schleuse zu den ersten Prüfpunkten.

7. Bauarten und Dichtsysteme

Bauart Typischer Einsatz Besonderheit
Austragsschleuse unter Filter, Zyklon, Silo häufigste Bauform, druckloser oder druckarmer Austrag
Durchblasschleuse pneumatische Förderung Förderluft bläst die Zellen direkt in die Leitung aus
Tangentialschleuse grobe und empfindliche Granulate seitlich versetzter Einlauf, weniger Abscheren
Schleuse mit Messer- oder Abstreifleiste Fasern, Folienschnipsel, sperrige Späne schneidet überstehendes Material ab, verhindert Klemmen
Hochdruckschleuse Einschleusen gegen hohen Überdruck eng tolerierte, verstärkte Ausführung

Gummidichtlippen oder metallische Spalte?

Elastische Dichtlippen aus Gummi oder Neopren an den Rotorflügeln liegen am Gehäuse an und gleichen Toleranzen aus – vergleichbar mit einem Scheibenwischer. Sie sind ideal für Holzspäne, Stäube und leichte Fasern in der Absaugtechnik, schonen das Fördergut und lassen sich als Verschleißteil tauschen, ohne den Rotor zu ersetzen. Ihre Grenzen liegen bei höheren Temperaturen, stark abrasiven Stoffen und größeren Druckdifferenzen.

Metallisch abdichtende Schleusen arbeiten ohne Lippen, mit sehr engen Spalten zwischen Rotor und Gehäuse. Sie sind die Wahl für höhere Drücke, Temperaturen und die pneumatische Druckförderung, verlangen aber präzise Fertigung und reagieren empfindlicher auf Fremdkörper.

8. Explosionsschutz: Zone, Kategorie, Entkopplung

Holz-, Kunststoff- und Mehlstaub sind brennbar. Fein verteilt in der Luft kann solcher Staub explodieren – und genau so liegt er in Filtern, Zyklonen und Silos vor. Für die Schleuse gibt es hier zwei Fragen, die sauber getrennt werden müssen.

Frage 1: Darf die Schleuse in der Zone betrieben werden?

Der Betreiber legt in seinem Explosionsschutzdokument fest, in welchen Bereichen wie häufig mit explosionsfähigem Staub zu rechnen ist – die sogenannten Zonen. Für Staub gilt folgende Zuordnung:

Zone Explosionsfähige Atmosphäre Zulässige Gerätekategorie
Zone 20 ständig, langzeitig oder häufig 1D
Zone 21 gelegentlich im Normalbetrieb 1D oder 2D
Zone 22 normalerweise nicht oder nur kurzzeitig 1D, 2D oder 3D

Wichtig: Die komplette Einheit muss passen – also auch Motor und Getriebe. Eine Schleuse mit Ex-Gehäuse und Standardmotor erfüllt die Anforderung nicht.

Frage 2: Soll die Schleuse eine Explosion aufhalten?

Das ist die explosionstechnische Entkopplung. Hier soll verhindert werden, dass sich eine Explosion zum Beispiel vom Filter über den Austrag ins Silo fortpflanzt – oder umgekehrt. Diese Aufgabe darf nur eine Schleuse übernehmen, die genau dafür als Schutzsystem baumustergeprüft ist. Geprüft wird unter anderem, ob sie zünddurchschlagsicher ist und dem Explosionsdruck standhält. Im Ereignisfall muss sie zudem automatisch stillgesetzt werden, damit kein brennendes Material weitergefördert wird.

Die berufsgenossenschaftlichen Regeln für Absauganlagen und Silos für Holzstaub und -späne beschreiben diesen Fall ausdrücklich: Werden Filter und Silo über eine Zellenradschleuse explosionstechnisch getrennt, ist eine Schleuse mit entsprechender Baumusterprüfung erforderlich, und der Filter muss dann getrennt vom Silo druckentlastet werden.

Merksatz: ATEX-Kategorie = die Schleuse zündet nichts. Entkopplung = die Schleuse lässt eine Explosion nicht durch. Das eine schließt das andere nicht ein.

9. Einbau und Inbetriebnahme

  • Anschluss: Flanschmaße von Filter- oder Zyklonauslauf aufnehmen. Abweichungen gleichen Gegenflansche oder Übergangsstücke aus. Dichtungen zwischen den Flanschen nicht vergessen – jede Undichtigkeit ist eine Öffnung zwischen zwei Druckbereichen.
  • Zulauf: Der Einlauf sollte möglichst senkrecht und ohne Querschnittsverengung angeschlossen sein, damit das Material gleichmäßig in die Zellen fällt.
  • Auslauf: Unterhalb muss das Material frei abfließen können. Ein Container ohne Füllstandsüberwachung, der überläuft, staut das Material bis in die Schleuse zurück.
  • Elektrik: Drehrichtung prüfen. Ist im Motor ein Kaltleiter (PTC) eingebaut, muss er angeschlossen und über ein Auslösegerät ausgewertet werden – sonst ist der Motor bei Blockade nicht geschützt.
  • Steuerung: Die Schleuse sollte mit der Absaugung anlaufen und nach dem Abschalten noch nachlaufen, bis der Filter leer abgereinigt ist. Eine Drehüberwachung meldet, wenn der Rotor stehen bleibt.
  • Erdung: Bei brennbaren Stäuben alle leitfähigen Teile erden.

10. Störungen erkennen und beheben

Symptom Mögliche Ursache Abhilfe
Absaugleistung sinkt, Filter ist sauber verschlissene Dichtlippen, undichte Flansche Dichtlippen tauschen, Flanschdichtungen prüfen
Material staut sich im Filtertrichter Schleuse zu klein, Brückenbildung, Leckluft bläst gegen den Zulauf Leistung nachrechnen, Dichtlippen prüfen, ggf. größere Baugröße
Rotor blockiert, Motorschutz löst aus Fremdkörper, lange Fasern, Anbackungen, voller Auslauf Fremdkörper entfernen, Auslauf und Container prüfen, Gehäuse reinigen
Staubaustritt am Auslauf Überdruck im Filter, Leckluft Druckverhältnisse prüfen, Auslauf staubdicht anschließen
Ungewöhnliche Geräusche Lagerschaden, Rotor streift, Getriebe Anlage stoppen, Lager und Getriebeöl kontrollieren

Eine einfache Wartungsroutine verlängert die Lebensdauer erheblich: Dichtlippen in festen Intervallen sichtprüfen, Gehäuse bei feuchtem oder klebrigem Material regelmäßig reinigen, Getriebeölstand und Motorschutz kontrollieren. Halten Sie einen Satz Dichtlippen auf Lager – der Tausch dauert meist deutlich kürzer als die Suche nach dem Ersatzteil.

11. Die wichtigsten Begriffe kurz erklärt

Unterdruck Druck unterhalb des Umgebungsdrucks. Luft strömt von außen hinein (Saugseite des Ventilators).
Überdruck Druck oberhalb des Umgebungsdrucks. Luft drängt nach außen (Druckseite des Ventilators).
Druckdifferenz Unterschied zwischen dem Druck am Einlauf und am Auslauf der Schleuse.
Rohluft / Reinluft Staubhaltige Luft vor dem Filter / gereinigte Luft nach dem Filter.
Zyklon Abscheider, der Späne und grobe Partikel durch Fliehkraft aus der Luft trennt.
Volumenstrom Luft- oder Materialmenge pro Zeit, meist in m³/h.
Falschluft Luft, die an einer ungewollten Stelle in die Anlage eindringt und an den Absaugstellen fehlt.
Leckluft Luft, die durch die Schleuse selbst von einem Druckbereich in den anderen gelangt.
Füllgrad Anteil des Zellenvolumens, der tatsächlich mit Material gefüllt wird.
Schüttdichte Gewicht eines Kubikmeters lose geschüttetes Material, in kg/m³.
Austrag Das kontrollierte Herausfördern des abgeschiedenen Materials aus Filter, Zyklon oder Silo.

12. Checkliste für Ihre Anfrage

Mit diesen Angaben können wir Ihnen schnell und verbindlich die passende Schleuse nennen. Fehlt Ihnen ein Wert, lassen Sie ihn einfach offen – wir klären das gemeinsam:

  • Fördergut (Späne, Schleifstaub, Granulat …) und, wenn bekannt, Schüttdichte
  • Maximale Materialmenge pro Stunde in Spitzenzeiten
  • Einbauort: unter Filter, Zyklon oder Silo – und wohin das Material soll: Container, Silo oder Förderleitung
  • Sitzt der Ventilator vor oder hinter dem Filter? (Überdruck oder Unterdruck)
  • Flanschmaß bzw. Auslaufmaß am Filter oder Zyklon
  • Volumenstrom und, falls bekannt, Druck der Absaugung
  • Temperatur des Fördergutes bzw. der Abluft
  • Zoneneinteilung laut Explosionsschutzdokument und ob eine Entkopplung gefordert ist
  • Netzspannung und gewünschte Lage des Getriebemotors

13. Häufige Fragen

Wozu brauche ich überhaupt eine Zellenradschleuse?

Weil im Filter ein anderer Druck herrscht als im Behälter darunter. Ohne Schleuse strömt an dieser Stelle Luft durch – die Absaugung verliert Leistung oder es tritt Staub aus. Die Schleuse sperrt den Druck ab und lässt das Material trotzdem kontinuierlich durch.

Reicht nicht ein Schieber oder eine Klappe?

Nur, wenn Sie die Anlage zum Entleeren abschalten. Ein Schieber ist entweder zu oder offen – im offenen Zustand bricht der Druck zusammen. Die Zellenradschleuse fördert und dichtet gleichzeitig, im Dauerbetrieb.

Kann ich eine Zellenradschleuse nachrüsten?

Meist ja. Voraussetzung sind ausreichend Einbauhöhe unter dem Filter, ein passendes Anschlussmaß und eine zur Materialmenge passende Baugröße. In explosionsgefährdeten Anlagen muss die Schleuse zusätzlich in das Explosionsschutzkonzept aufgenommen werden.

Wie oft müssen die Dichtlippen getauscht werden?

Das hängt von Material, Laufzeit und Druckdifferenz ab. Weiche Holzspäne sind schonend, Schleifstaub mit mineralischen Anteilen deutlich abrasiver. Das zuverlässigste Signal ist nachlassende Saugleistung bei sauberem Filter.

Genügt eine Schleuse ohne ATEX für Holzstaub?

Das entscheidet die Zoneneinteilung Ihrer Anlage, nicht das Material allein. Liegt der Einbauort in einer Staubzone, muss die Schleuse samt Antrieb für diese Zone zugelassen sein.

Ist eine ATEX-Schleuse automatisch eine Entkopplung?

Nein. Die Kategorie sagt nur aus, dass die Schleuse in der Zone keine Zündquelle ist. Für die Entkopplung braucht es eine dafür geprüfte Ausführung mit automatischer Abschaltung.

Kann ich mit einer höheren Drehzahl mehr fördern?

Nur begrenzt. Ab einer gewissen Drehzahl füllen sich die Zellen nicht mehr vollständig, Verschleiß und Leckluft steigen. Mehr Leistung erreichen Sie zuverlässiger über die nächste Baugröße.

Zellenradschleusen bei Sondermann

Für Absaug- und Entstaubungsanlagen liefern wir zwei Baureihen, jeweils komplett mit Getriebemotor:

  • Zellenradschleuse ZRS mit Gummidichtlippen, vier Baulängen von 250 bis 1000 mm, 7,4 bis 29,1 m³/h – für Bereiche ohne Explosionsgefährdung.
  • Zellenradschleuse ZRS-EX, ATEX Kategorie 2D, fünf Baulängen von 250 bis 1500 mm, 10 bis 63 m³/h – für brennbare Stäube in den Zonen 21 und 22.

Schicken Sie uns die Angaben aus der Checkliste – wir prüfen die Auslegung und nennen Ihnen die passende Baugröße samt Zubehör.