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24-V-Stromversorgung im Schaltschrank – Gleichrichtergerät, Steuertrafo oder Schaltnetzteil?

Das alte 24-V-Netzteil ist ausgefallen, ein modernes Hutschienengerät mit gleichen Daten ist bestellt – und die Maschine meldet Unterspannung, sobald die Schütze anziehen. Der Grund steht nicht im Datenblatt: Nicht jede 24-V-Quelle verträgt dieselben Lastspitzen. Hier steht, welche Bauart bei Ihnen sitzt und was beim Ersatz übereinstimmen muss.

Dafür sind Sie hier richtig

  • Die Bauart im eigenen Schaltschrank bestimmen, bevor Sie Ersatz bestellen
  • Steuertrafo, Spartrafo, Gleichrichtergerät und Schaltnetzteil auseinanderhalten
  • Wissen, welche Angabe auf dem Typenschild übereinstimmen muss und welche nicht
  • Geprüfte Gebrauchtteile für Baureihen, die neu nicht mehr lieferbar sind

Dafür ist eine Fachkraft zuständig

  • Auslegung der Steuerspannungsversorgung für Ihre Anlage
  • Anschluss, Absicherung und Inbetriebnahme
  • Beurteilung, ob ein Bauartwechsel im konkreten Fall zulässig ist
  • Alles, was in die Sicherheitskette der Maschine eingreift

Arbeiten unter Spannung: Transformatoren und Gleichrichtergeräte führen netzseitig gefährliche Spannung, Ladekondensatoren bleiben nach dem Abschalten geladen. Ausbau, Anschluss und Messung gehören in die Hand einer Elektrofachkraft. Maßgeblich sind die Unterlagen des Maschinen- und Bauteilherstellers, nicht diese Seite.

Der teuerste Irrtum: „24 V, 30 A – passt.“ Die Zahlen auf dem Typenschild beschreiben den Dauerbetrieb. Was sie nicht beschreiben, ist das Verhalten in der ersten Zehntelsekunde, wenn eine Schützspule oder eine Ventilbank anzieht. Genau daran scheitern die meisten Umbauten.

4Bauarten
24 V DCStandardsteuerspannung
DIN 19240Norm der Steuerspannung
19Artikel im Bestand

Wofür das Teil da ist

Fast alles, was in einer Maschine schaltet, meldet oder überwacht, arbeitet mit 24 V – Schützspulen, Magnetventile, Endschalter, Näherungssensoren, Steuerungseingänge, Signalleuchten, Bremsen. Diese Spannung wird im Schaltschrank aus dem Netz erzeugt. Das Gerät, das das tut, trennt gleichzeitig den Steuerkreis galvanisch vom Netz – damit ein Erdschluss in der Maschine keine Netzspannung auf die Bedienelemente bringt.

Historisch wurde das mit Transformator und Gleichrichter gelöst, seit den 1990er-Jahren zunehmend mit getakteten Schaltnetzteilen. In gewachsenen Anlagen finden Sie beides nebeneinander – und genau deshalb lohnt der Blick, welche Bauart bei Ihnen tatsächlich sitzt.

Woran man die vier Bauarten erkennt

Bauart Woran Sie es sehen Ausgang
Gleichrichtergerät
Trafo + Gleichrichter
Schwerer Eisenkern mit sichtbaren Wicklungen, darüber eine Blechhaube mit Leistungsdioden. Oft ein großer Elektrolyt-Ladekondensator außen angebaut. 5 bis 20 kg. 24 V DC
Steuertransformator Eisenkern mit Wicklung, Klemmleiste oben, keine Elektronik und kein Kondensator. Sekundär meist 230 V, 110 V oder 24 V. Wechselspannung
Spartransformator
Autotransformator
Sieht aus wie ein Steuertrafo, hat aber nur eine Wicklung mit Anzapfungen. Auf dem Schild steht „Autotransformer“ oder „Spartransformator“. Wechselspannung
Schaltnetzteil Leichtes Kunststoff- oder Blechgehäuse auf Hutschiene, meist unter 1 kg, mit LED und oft einem Potentiometer zur Spannungsfeineinstellung. 24 V DC

Spartransformator ist kein Trenntransformator. Er arbeitet mit einer gemeinsamen Wicklung und bietet keine galvanische Trennung zwischen Ein- und Ausgang. Wo eine sichere Trennung gefordert ist, darf er einen Steuer- oder Trenntransformator nicht ersetzen – auch wenn die Spannungen passen.

Typenschild lesen

Wir deuten hier keine Bestellnummern. Bei Siemens, Block und anderen Herstellern verschlüsseln die Stellen einer Bestellnummer je nach Baureihe Unterschiedliches; wer daraus auf Kompatibilität schließt, liegt regelmäßig daneben. Maßgeblich sind die Klartextangaben auf dem Schild:

Angabe Warum sie zählt
PRI · Eingang Ein- oder dreiphasig, und welche Anzapfungen zur Verfügung stehen (etwa 380 / 400 / 420 V). Dreiphasig gespeiste Geräte lassen sich nicht ohne Weiteres einphasig betreiben – manche Ausführungen können beides, dann steht das Brückenschema auf der Haube.
SEC · Ausgang Spannung und Stromart. SEC DC 24V ist etwas anderes als 24 V ohne Zusatz – letzteres ist Wechselspannung.
Strom oder VA Transformatoren sind in VA angegeben, Gleichrichtergeräte in Ampere. 24 V bei 30 A entsprechen 720 W.
Absicherung Viele Schilder nennen den vorgesehenen primären Motorschutzschalter und die sekundäre Sicherung. Übernehmen Sie diese Werte – sie gehören zur Auslegung.
ta und Klasse Zulässige Umgebungstemperatur und Isolierstoffklasse. Ein Gerät für ta 40 °C ersetzt kein Gerät für ta 60 °C, wenn der Schrank warm wird.
Normen VDE 0551 / EN 60742 beziehungsweise EN 61558 stehen für sichere Trennung. DIN 19240 beschreibt die 24-V-Steuerspannung.
Betriebsmittelkennzeichen Aufkleber wie A0-T2 oder M1-T35 stammen vom Vorbesitzer und bezeichnen den Einbauplatz im Schaltplan – keine Herstellerangabe. Für die Zuordnung wertlos, für die Suche im eigenen Schaltplan Gold wert.

Muss übereinstimmen – darf abweichen

Muss übereinstimmen

  • Stromart am Ausgang – Gleich- oder Wechselspannung
  • Ausgangsspannung und verfügbarer Dauerstrom bzw. VA
  • Phasenzahl und Anzapfungen am Eingang
  • Galvanische Trennung – vorhanden oder nicht
  • Zulässige Umgebungstemperatur für Ihren Schrank
  • Verhalten bei Lastspitzen, wenn Schütze oder Ventile daran hängen
  • Einbaumaße und Befestigungsart

Darf abweichen

  • Hersteller und Typenreihe
  • Baujahr und Fertigungsort
  • Farbe von Gehäuse und Wicklung
  • Klemmenfabrikat
  • Aufkleber und Betriebsmittelkennzeichen des Vorbesitzers
  • Ob eine Betriebs-LED vorhanden ist
  • Ob der Ladekondensator innen oder außen sitzt – vorhanden sein muss er

Der letzte Punkt in der linken Spalte ist der, der in Datenblättern nicht steht. Ein Gleichrichtergerät begrenzt den Strom nicht elektronisch: Zieht eine Schützspule kurzzeitig ein Vielfaches des Nennstroms, liefert es diesen Strom einfach – die Spannung sackt allenfalls kurz durch. Ein Schaltnetzteil geht in dieser Situation in die Strombegrenzung oder schaltet ab, und die Steuerung meldet Unterspannung. Deshalb ist der Tausch Gleichrichtergerät gegen Schaltnetzteil in Maschinen mit vielen gleichzeitig schaltenden Verbrauchern keine reine Formsache.

Wo es verbaut ist

Trafo-Gleichrichter-Geräte sitzen im Hauptschaltschrank von Holz- und Metallbearbeitungsmaschinen, Förderanlagen und Pressen – gerade dort, wo große Frequenzumrichter im selben Schrank arbeiten. Ohne getaktete Elektronik gibt es nichts, was auf Netzoberschwingungen und EMV-Belastung empfindlich reagiert; das ist einer der Gründe, warum diese Bauart in solchen Anlagen bis heute steht.

In unserem Bestand stammen die Geräte überwiegend aus dem Ausbau von IMA- und HOMAG-Anlagen. Baugleiche Geräte finden sich aber auch in Maschinen anderer Hersteller – die Bauteile sind Katalogware gewesen, keine Sonderanfertigung. Suchen Sie deshalb nach Bauart und Kennwerten, nicht nach dem Maschinenhersteller.

Was zuerst kaputtgeht

Was Sie feststellen Woran es meistens liegt
Spannung da, aber Steuerung meldet sporadisch Unterspannung Ladekondensator hat Kapazität verloren. Die Restwelligkeit steigt, die Steuerung sieht kurze Einbrüche. Klassische Elko-Alterung nach 20 bis 30 Jahren.
Ausgangsspannung deutlich zu niedrig, Gerät wird warm Eine Diode der Gleichrichterbrücke ist ausgefallen. Das Gerät läuft weiter, aber mit stark erhöhter Welligkeit und Trafobelastung.
Sicherung primär fällt beim Einschalten Einschaltstromstoß des Transformators, wenn die Absicherung nicht der Vorgabe entspricht – oder Windungsschluss.
Gerät brummt deutlich lauter als früher Gelockertes Kernpaket. Meist unkritisch, aber ein Alterszeichen.
Nach Tausch gegen ein Schaltnetzteil: Fehler beim Anziehen von Schützen Bauartwechsel ohne Reserve. Siehe Abschnitt oben – hier hilft nur die passende Bauart oder ein deutlich größer ausgelegtes Netzteil.
Verwechslungsgefahr Steuertrafo mit 24-V-Ausgang liefert Wechselspannung. Wird er anstelle eines Gleichrichtergeräts eingebaut, arbeiten Gleichspannungsverbraucher nicht oder nur scheinbar.

Häufige Fragen

Kann ich ein Gleichrichtergerät durch ein Schaltnetzteil ersetzen?

Technisch oft ja, praktisch nicht immer. Maßgeblich ist, ob an der Versorgung Verbraucher mit hohem Einschaltstrom hängen. Wenn ja, muss das Schaltnetzteil deutlich größer ausgelegt werden als der bisherige Nennstrom vermuten lässt. Die Entscheidung gehört zur Auslegung und damit zur Fachkraft.

Der Ladekondensator fehlt bei meinem Gebrauchtgerät. Ist das schlimm?

Ja. Ohne Ladekondensator liefert das Gerät eine stark wellige Gleichspannung, die Steuerungen als instabil werten. Achten Sie beim Kauf darauf, ob der Kondensator im Lieferumfang steht – er ist das Teil, das bei Ausbauten am häufigsten zurückbleibt.

Was bedeutet ta 60 °C gegenüber ta 40 °C?

Die zulässige Umgebungstemperatur, bei der das Gerät seinen Nennstrom noch dauerhaft liefert. In einem gut gefüllten Schaltschrank ohne Belüftung ist der Unterschied erheblich – ein 40-°C-Gerät muss dort im Strom reduziert werden.

Mein Gerät stand jahrelang im Lager. Kann ich es direkt einschalten?

Elektrolytkondensatoren verlieren bei langer Lagerung ohne Spannung ihre Oxidschicht. Fachleute formieren solche Geräte vor der ersten Volllast über einen Stelltrafo langsam hoch. Bei einem Gerät, das ein Jahrzehnt gelegen hat, ist das kein überflüssiger Aufwand.

Auf meinem Schild steht nur eine Bestellnummer und sonst wenig.

Dann messen Sie nach: Phasenzahl am Eingang, Spannung und Stromart am Ausgang, Nennstrom oder VA. Diese vier Angaben reichen für die Zuordnung. Ein Foto des Schilds und des Einbauorts hilft uns zusätzlich.

Warum sind gebrauchte Geräte dieser Bauart teils dreistellig teuer?

Weil die Baureihen ausgelaufen sind und die Geräte in Anlagen sitzen, die noch 15 Jahre laufen sollen. Ein Nachfolger mit anderen Einbaumaßen und anderer Klemmenbelegung bedeutet Umbau, neue Dokumentation und Ausfallzeit. Das Originalteil ist dann oft die günstigere Lösung.

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Zurück zur Wissensdatenbank. Sie haben das Gerät vor sich, aber keine eindeutige Bezeichnung? Schicken Sie ein Foto des Typenschilds – meist reicht das für die Zuordnung.

Rechtlicher Hinweis: Die Gerhard Sondermann GmbH ist ein unabhängiger Händler und steht aktuell in keiner Geschäftsbeziehung zu den genannten Herstellern. Marken-, Typ- und Artikelnummern werden ausschließlich zu Referenz- und Identifikationszwecken genannt, um die Verwendbarkeit der angebotenen Teile zu beschreiben. Angebotene Teile sind, sofern nicht ausdrücklich als Originalteil gekennzeichnet, kompatible Ersatz- oder Gebrauchtteile. Die Angaben auf dieser Seite dienen der technischen Orientierung und ersetzen keine Auslegung; im Zweifel ist die Unterlage des Bauteil- und Maschinenherstellers maßgeblich. Arbeiten an der Stromversorgung dürfen nur von Elektrofachkräften ausgeführt werden. Alle Angaben ohne Gewähr.